Der kleine Drache Kokosnuss – Das Musical

Das „Theater Lichtermeer“ steht seit seiner Gründung 2013 ganz im Zeichen von kluger und detailverliebter Familienunterhaltung. Die Gründer André Hajda und Timo Riegelsberger besetzen damit eine Nische in der bunten Musicallandschaft, die auch die Jüngsten in die Theater holt. Ihr neuestes Projekt, den allseits beliebten Buchhelden „Drache Kokosnuss“ und seine Freunde, dessen Reise als Kinderbuch von Ingo Siegner begann, über eine TV-Serie bis hin zur großen Kinoleinwand führte und mit allerlei kindgerechten Artikeln die Kinderzimmer bevölkert, auf die Musicalbühne zu holen, nehmen sie seit diesem Herbst in Angriff.

Nach der namenhaften Vorlage stammen Buch und Musik von Jan Radermacher und Timo Rigelsberger, der auch für die Regie verantwortlich zeichnet. Mit 28 Terminen in 2019 starten sie in ein neues Musicalabenteuer, welches man bereits nach der Hälfte der durch Deutschland und die Schweiz führenden Tour als überaus gelungen bezeichnen darf.

„Der kleine Drache Kokosnuss“ erlebt mit seinen Freunden, dem Fressdrachen Oskar und dem klugen Stachelschwein Matilda, ein Abenteuer, in dem Mut, Freundschaft und ein besonders gemeiner Zauberer eine große Rolle spielen.

Nach seiner vergeigten Flugprüfung, bei der er zu allem Überfluss von anderen Drachenkindern geärgert wird, hat er Zweifel daran, ob er mit dem Makel nicht fliegen zu können, überhaupt ein echter Drache sein kann. Er fühlt sich unwohl in seiner Haut, wird aber von seinen besten Freunden aufgebaut. Wenn einer etwas nicht gut kann, so liegen seine Talente sicher auf anderen Gebieten, trösten sie ihn. Dennoch ergibt ein Wort das andere und es kommt zu einem Streit mit Oskar, der daraufhin wütend seine eigenen Wege geht – direkt in die Fänge des bösen Zauberers Ziegenbart, der seine Gestalt beliebig ändern kann, und damit jeden zu täuschen vermag, der ihm über den Weg läuft. Oskar wird ins Flaschenland entführt, wo er dem Zauberer fortan treu zu Diensten sein soll. Doch was wären Freunde, wenn sie einen einfach aufgeben würden? Matilda alarmiert Kokosnuss und gemeinsam starten sie eine Rettungsmission. Dabei begegnen sie seltsamen Gestalten und finden immer neue Verbündete. So zunächst den Zauberer Holunder, der von seinem Widersacher verwandelt wurde und nach einem missglückten Versuch den Fluch umzukehren, sein Leben als Ziege fristen muss. Dieser führt sie zum Eingang des Flaschenlandes, welcher zunächst winzig wirkt, aber schnell wird klar, dass der äußere Schein der Dinge oft trügt.

Ziegenbart tyrannisiert die Bewohner und jagt ihnen mit seinen gemeinen Verzauberungen Angst und Schrecken ein. Lediglich die Freunde gehen mutig ihrer Wege und erreichen zum Ende des ersten Aktes dessen Schloss, auch wenn der Fiesling deren Pläne inzwischen durchschaut hat. Während es Holunder und dem Stachelschwein Matilda gelingt, einen Bannkreis für einen kurzen Augenblick zu brechen und einzudringen, zögert Kokosnuss zu lange und verweilt vor den dicken Mauern, ehe er auf eigene Faust einen Weg hinein sucht, um seinen besten Freund und seine Wegbegleiter zu retten.

Holunder und Matilda fristen ihr Dasein im dunklen Kerker, Oskar ist seinem neuen Meister noch immer hörig und der kleine Drache sucht mutig eine Lösung.

Ziegenbart umtreiben eigene Probleme. Die Herrschaft über das Flaschenland kostet ihn viel Energie, doch findet er des Nachts nicht in den Schlaf, woran nicht zuletzt das Schlossgespenst Gerd eine Mitschuld trägt. Dieses spukt unbeirrt durch die Gänge und kann es nicht lassen, jedem, dem er begegnet, einen Schreck einzujagen. So treffen der tapfere Retter und das Gespenst aufeinander und Kokosnuss erhält durch ihn einen neuen Verbündeten, der ihm helfen soll, Oskar zu befreien und ganz nebenbei den Zauberstab Ziegenbarts an sich bringen soll. Tatsächlich findet der Geist eher zufällig eine interessante Kleinigkeit heraus, die das Blatt möglicherweise noch wenden kann. Bei einem Versuch ihn zu verzaubern, prallt der Fluch auf seinen Meister zurück. Dieser gerät in Rage und flucht lange, ehe er seinen Zorn gegen Kokosnuss richtet. Unterdessen hilft Gerd, die Gefangenen aus dem Kerker zu befreien, und noch in den Gemächern des bösen Ziegenbarts kommt es zum großen Finale. Sie alle stehen sich gegenüber. Holunder hat seine ursprüngliche Gestalt wieder und sein Widersacher möchte die Herrschaft über das Flaschenland mit aller Macht behalten. Dieser kämpft mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen und befiehlt schließlich Oskar, der keine Flügel hat, aus dem Fenster zu springen. Heldenhaft überwindet Kokosnuss seine Angst und springt seinem besten Freund hinterher. Endlich breitet er seine Flügel aus und rettet ihn vor dem sicheren Tod. In der Aufregung des Moments ist es Ziegenbart gelungen, beide Zauberstäbe, den Holunders und seinen eigenen, wieder an sich zu bringen. Er spricht einen Fluch auf Holunder und wieder ist es das Gespenst, welches sich mutig erneut dazwischen wirft und den Fluch auf seinen Verursacher zurückprallen lässt. Der böse Ziegenbart ist besiegt und wird sein Dasein fortan als Schwein fristen müssen. Da seine Macht nun gebrochen ist, verlieren all seine Zauber ihre Wirkung und das Flaschenland atmet auf, während Oskar staunend von Matilda und Kokosnuss die ganze Geschichte erfährt.

Vor einer einfachen, aber sehr kreativen Kulisse, die sich mit nur wenigen Handgriffen verändern und immer wieder neue Bilder und Orte entstehen lässt, spielt eine wahrlich zauberhafte Geschichte und vermag die Zuschauer sofort in ihren Bann zu ziehen. Bunte, sehr detailverliebte Kostüme tragen dazu bei, die Protagonisten lebendig werden zu lassen. Sehr eingängige Lieder um die sehr liebevolle und einfallsreiche Geschichte runden das Musical ab und lassen das Bühnengeschehen zu einem echten Erlebnis für Groß und Klein werden.

Das zumeist sehr junge Publikum kommt voll auf seine Kosten. Eine spannende, kindgerechte Geschichte mit viel Wortwitz kommt in etwa zwei Stunden, unterbrochen von einer kurzen Pause auf die Bühne. Auf charmante und überzeugende Art und Weise gelingt es den Bühnenaktiven, auch die Jüngsten mit in die Geschichte einzubeziehen und sichtlich zu begeistern. Es wird geklatscht und gelacht, während sich die Emotionen der Figuren direkt ins Publikum übertragen.

Die interessante und doch überraschend komplexe Handlung lässt auch beim erwachsenen Zuschauer keine Langeweile aufkommen. „Der kleine Drache Kokosnuss“ ist die ideale Möglichkeit, auch junge Menschen ab 4 Jahren an das Erlebnis „Theater“ heranzuführen, ohne sie zu überfordern. Bis zum 28. Dezember geht die diesjährige Tour noch, einige Tickets lassen sich über die Seite des Veranstalters noch beziehen. Für 2020 ist bereits eine Fortsetzung der erfolgreichen Tour angekündigt und auch diese Termine sind bereits im Vorverkauf.

Wer nun neugierig geworden ist, sollte sich einen Besuch im Flaschenland nicht entgehen lassen. Für alle anderen, die auf den Geschmack gekommen sind, bietet das Theater Lichtermeer noch eine Reihe an anderen Musicalproduktionen an, die ebenfalls bereits im Vorverkauf sind.

Fotos: (c) Marco Köhrsen

 

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