Interview mit Philipp Polzin

Im Zuge unserer Pianisten-Interviewserie hatten wir die Gelegenheit, Philipp Polzin zu treffen, der uns gern einen Einblick in seine Arbeit und die Gedanken dazu gegeben hat. Der gebürtige Kölner ist nicht nur als musikalischer Leiter tätig, sondern komponiert auch mit großer Leidenschaft eigene Stücke. Mit “Der fliegende Holländer”, dem er gemeinsam mit Christian Dellacher mit seinen Kompositionen, dem Buch und Liedtexten Leben einhauchte, feierte er 2018 in einer konzertanten Aufführung mit dem WDR Funkhausorchester große Erfolge.

 

In welchem Alter hast du zu spielen begonnen und gab es einen Auslöser, der den Wunsch nach 88 Tasten geweckt hat?

Schon als ich fünf Jahre alt war, haben meine Eltern mich zur Musikschule geschickt. Mit sieben Jahren stand die Wahl des Hauptfaches im Vordergrund und ich habe mich damals zuerst für das Keyboard entschieden. Ich dachte, dass ich dann alle Instrumente vom Klang her spielen kann und alle Möglichkeiten habe. Allerdings habe ich das nach einem halben Jahr bereits in die Ecke gestellt und auf 88 Tasten „erweitert“. So bin ich zum Klavier gekommen.

Es war eigentlich von vorn herein relativ eindeutig, dass es wegen der klanglichen Vielfalt für mich die Tasten sein werden. Im Unterricht habe ich gemerkt, dass das Keyboard nur die Vorstufe zum Klavier ist. Bis heute liebe ich es einfach, damit klanglich viel abbilden zu können und das ist auch der Grund, warum eigentlich alle musikalischen Leiter Klavier spielen. Damit kann man einfach jede Stilistik auf irgendeine Art und Weise interpretieren.

Wolltest du das Spielen je hinwerfen oder gab es längere Pausen? Warum war das so und warum ging es dann doch weiter?

Ich glaube richtig hinwerfen wollte ich es nie. Es gab Phasen, da musste ich ein wenig von den Eltern getrieben werden. Das liegt wohl einfach in der Natur der Dinge, dass man animiert werden muss zu üben, sich nach der Schule hinzusetzen und nochmal seinen Bach durchzuspielen oder Beethoven… Aber eine Phase, wo ich wirklich nicht mehr wollte, gab es glücklicherweise nie. Für mich war das auch immer so ein Gegenpol zur Schule, dass ich mich danach am Klavier ein bisschen entspannen konnte, ein bisschen runterkam.

Wie kam es dazu, dass du auch beruflich spielen wolltest? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Das war tatsächlich dann Glück, Zufall, Schicksal, man weiß es nicht. Ich wusste immer, dass ich was mit Musik machen möchte. Für mich war auch Musiktheater schon immer reizvoll und interessant, primär das Musical. Ich habe aber nie darüber nachgedacht, da selbst musikalisch aktiv zu werden. Für mich war es eher die Tontechnik. Ich habe Toningenieur studiert – das war auch die Idee als Tontechniker am Theater oder Musical anzufangen, die Mischung zwischen dem Künstlerischen und dem Bodenständigen, das war noch ein Diplomingenieurstudium. Dann habe ich während meiner Ausbildung meine erste musikalische Leitung gemacht, damals im semiprofessionellen Bereich mit einer Gruppe, die auf einem hohen Level gearbeitet hat.  Wir haben die Deutsche Erstaufführung von Jonathan Larsons „Tic Tic Boom“ gemacht, im Anschluss kam „RENT“. Das Schlüsselerlebnis war dann der Zufall, dass ich während meiner Diplomarbeit, während ich auch schon ein paar Kontakte in die Musicalszene hatte, von den VBW eingeladen wurde für ein Vorspiel für „Elisabeth“ – Korrepetition damals noch – und da habe ich dann überlegt, ob ich das überhaupt kann. Das habe ich ja nie geplant aber dachte, man hat ja nichts zu verlieren. Ich bin hingefahren, habe den Job aber nicht bekommen. Aber da war dann ein musikalischer Leiter, der mich drei Monate später zu seiner Produktion „Anatevka“ nach Bad Hersfeld geholt hat. Das war der Kai Tietje, mit dem ich dann auch später beim „Fliegenden Holländer“ wieder zusammengearbeitet habe. Zu dem Zeitpunkt damals habe ich entdeckt, dass ich das auch beruflich weiter machen möchte, habe mein Wissen und Können vertieft, um mehr machen zu können und besser ausgebildet zu sein. Seitdem hat es sich verselbstständigt. Eigentlich durch einen glücklichen Zufall, der diese große Liebe dann geweckt hat.

Welches ist eigentlich „dein“ Instrument und warum? (Klavier, Flügel, E-Piano, anderes?) Gibt es eine Anekdote dazu?

Das Klavier ist mein Instrument, weil ich mich da am besten musikalisch ausdrücken kann und die Vielfalt sehr schätze. Vor vier Jahren habe ich noch Kirchenorgel gelernt, was ich ein faszinierendes Instrument finde, weil da die dritte Ebene, die Füße, noch mit dazu kommen. Das macht auch Spaß, spiele ich hin und wieder auch mal, aber nur aus Spaß. Ich habe das Glück, dass ich eine Kirche direkt um die Ecke habe, den Organisten gut kenne und mich dort dann, wenn es zeitlich passt, einfach mal ein paar Stunden an die Orgel setzen kann. Zum Gottesdienste spielen fehlt mir allerdings die Zeit.

Komponierst du auch selbst? Falls ja, welche Bedeutung hat dies für dich?

Ja, ich komponiere auch selbst, primär Musical. Das hat eine große Bedeutung für mich! Komponieren mache ich fast noch lieber als musikalische Leitung, da kann man dann wirklich komplett frei arbeiten, und ich kann die Themen, die mich interessieren, frei umsetzen und Geschichten mit Musik erzählen. Das ist es, was am Musical auch das Spannende ist. Während meiner Studienzeit habe ich bereits Bühnenmusiken für Theaterproduktionen geschrieben. Irgendwie bedingt sich Komposition und musikalische Leitung gegenseitig. Ich mache musikalische Leitung, Komposition, mache trotzdem aber auch noch Tontechnik – ich habe ein kleines Tonstudio, in dem ich unter anderem mit Musicalleuten arbeite, in dem ich produziere, Playbacks mache… Das sind alles Sachen, von denen ich keine missen möchte! Würde ich nur eine Sache machen, würde ich die anderen vermissen!

Spielst du eher mit dem Herzen oder mit dem Kopf? Was ist dir persönlich wichtiger, die Technik oder das Gefühl?

Definitiv das Gefühl! Das Herz ist das Wichtigste! An der Technik kann man immer noch feilen. Da gibt es immer Sachen, die man verbessert, Stilistiken, die man technisch noch besser können möchte. Aber Die beste Technik nützt einem nichts – ich habe Leute gehört, die haben technisch perfekt gespielt – wenn das Gefühl fehlt. Für mich ist einfach das Gefühl das A und O. Mit Gefühl kann man, wenn man technisch vielleicht an einigen Stellen Schwächen hat, das auch überspielen und da Herzblut reinstecken. Das ist für mich das Wichtigste überhaupt, wenn das Gefühl nicht dabei ist, sollte man es lassen!

Gibt es einen Unterschied zwischen (Konzert)Pianist und Pianist (begleitend)?

Ja, finde ich schon. Also wenn ich begleite, bin ich mit dem Sänger zusammen, dann müssen wir im Idealfall eine Einheit sein. Das fängt auch schon im Probenprozess an, dass man sich verständigt, dass man zusammen musiziert. Das Duo ist eigentlich die kleinste musikalische Gruppe, die man haben kann. Wenn ich einen Sänger begleite, muss ich mit ihm atmen, ihm folgen, das ist was anderes, als wenn ich solistisch spiele, wo ich komplett für mich interpretieren kann. Als Solist trete ich auch eher selten auf. Tatsächlich sind die Begleitung und die musikalische Leitung eher mein Steckenpferd. Ich streue zwar gern mal ein kleines Klavier-Solo zwischendurch ein, aber mache das nicht den ganzen Abend.

Es gibt sehr gute Solospieler, die können nicht begleiten und eben umgekehrt auch Pianisten, die nicht gut Solo spielen können, dafür aber toll begleiten. Das sind wirklich zwei Paar Schuhe.

Welche fünf Eigenschaften braucht ein guter Pianist?

Begeisterung für das was er macht, Leidenschaft und den Willen dran zu bleiben, weil es auch Phasen gibt, in denen Frustration aufkommt – gerade am Anfang, wenn man sich neue Stilistiken erarbeitet. Ausdauer ist auch so ein Punkt, Talent ist sicher auch wie in jedem künstlerischen Bereich wichtig. Die Experten streiten sich, ob Ausbildung und Technik oder das Talent wichtiger ist – ich denke, völlig ohne Talent geht es eben auch nicht. Improvisationsfähigkeit – sowohl musikalisch improvisieren können als auch mit Situationen umgehen können, die unvorhergesehen eintreten. Im Live- Betrieb im Theater ist das wichtig. Da kommen immer unvorhergesehene Situationen, auf die man reagieren muss.

Welche musikalischen Vorbilder hast du?

Das sind eher Komponisten im Musiktheaterbereich. Zum einen Stephen Schwartz, der Komponist von „Wicked“ und vielen anderen tollen Shows, ich habe eine sehr inspirierende Biographie von ihm gelesen. Er kommt auch vom Klavier her und schreibt Musik und Texte selbst, in Einheit, was ich auch versuche bei meinen Werken.

Jason Robert Brown, der auch ein unglaublicher Pianist ist, aber auch toller Komponist – das ist bei Auditions eine Herausforderung, wenn ein Song von ihm kommt, den man vom Blatt spielen muss.

Victor Borge, der Comedy in die ernste klassische Musik mit reingebracht hat

Aber auch im kleineren Rahmen – Leute, mit denen ich gearbeitet habe, und mir Dinge abschaue – das ist manchmal ein toller Weg zu sehen, wie sie mit Leuten arbeiten und sich das als Vorbild zu nehmen.

Bei dir halten sich musikalische Leitung und eigenes Schaffen die Waage. Wolltest du je in eine der Richtungen tendieren oder brauchst du die Abwechslung? Gibt es vielleicht Phasen, wo du wirklich nur das Eine oder nur das Andere machst?

Phasen gibt es. Aber wenn man dann nur eines macht, vermisse ich das andere. Wobei ich sagen muss, dass es momentan noch nicht möglich ist, von den Kompositionen zu leben. Das wäre zwar ein Wunsch, ist aber nicht wirklich planbar. Aber auch beim „Fliegenden Holländer“ war es mir wichtig, dass wir das Ganze trennen, dass wir noch einen externen musikalischen Leiter mit ins Boot holen, wenn wir das umsetzen, um einen Blick von außen zu haben. Jemand, der dann in Absprache mit uns unsere Noten interpretiert und Aspekte aufwirft, die wir so gar nicht beachtet haben. Es fasziniert mich beides, sowohl die musikalische Leitung als auch das Schreiben.

Nur die musikalische Leitung, das Covern, reicht mir nicht, ich muss die Möglichkeit haben, mich selbst auszudrücken. Bei Konzerten finde ich es zum Beispiel auch immer schön, wenn eigene Sachen drin sein können.

Wie ist die Verantwortung? Wenn du als musikalischer Leiter agierst, hast du ein großes, vielfältiges Aufgabenfeld. Als Komponist bist du für deine eigenen Sachen verantwortlich, da ist der Umfang sicher ein anderer?

Das ist immer die Frage. Wenn ich solistisch arbeite für mich, dann bin ich komplett frei. Dann bin ich derjenige, der es interpretiert, damit muss dann nur ich zurechtkommen. Wenn ich natürlich für die Bühne oder das Musiktheater komponiere, muss ich im Kopf haben, dass es andere Künstler umsetzen müssen. Es muss also so geschrieben sein, dass sie das auch können. Ich baue immer einen gewissen Anspruch ein, so dass es nicht einfach nebenbei „runterspielbar“ ist. Es soll ja auch für die Ausführenden spannend bleiben, sie sollen was in meiner Musik entdecken können. Mit dem „Fliegenden Holländer“ ist uns das, glaube ich, auch gelungen. Mit dem Funkhausorchester war es einfach das Schönste, mit den Musikern zu sprechen, wie sie unsere Musik empfinden und dass sie Freude daran haben, unsere Musik zu spielen. Da ist man auch als Komponist nervös, wie das wohl ankommt und wie die Leute, die deine Musik interpretieren damit zurechtkommen.

Als musikalischer Leiter ist das genau umgekehrt. Da möchte ich der Musik des Komponisten gerecht werden. Ich habe dieses Jahr mit „Sherlock Holmes – Next Generation“ eine Uraufführung gemacht, wo der Komponist dabei war und mich mit ihm ausgetauscht und mit ihm gesprochen, ob meine Interpretation der Melodien so ist, wie er es sich vorgestellt hat. Der Austausch miteinander ist spannend. In unserem Genre ist es ja so, dass die meisten Komponisten dankenswerterweise noch am Leben sind.

Man wird jetzt nicht, wenn man die 10.000 „Jesus Christ Superstar“ Aufführung hat, mal eben mit Andrew Lloyd Webber telefonieren können, aber man hat dann Referenzaufnahmen, wie es andere interpretiert haben, wo man für sich schaut, wie man dem Ganzen gerecht werden kann. Natürlich möchte man auch immer den Sachen seinen Stempel aufdrücken, sie prägen, und seinen eigenen Stil mit reinbringen, ohne die Stücke zu verändern oder misszuinterpretieren.

Hörst du die Stile von Kollegen raus?

Wenn man hier mit fünf Leuten sitzt und dasselbe interpretiert, hat man im Idealfall fünf verschiedene Versionen. Es gibt unterschiedliche Stile, jeder hat sein eigenes Empfinden, seinen eigenen Geschmack, was auch gut ist. Man muss nicht alle Geschmäcker der anderen gut finden, aber es sind durchaus interessante Aspekte sich auszutauschen und zuzuhören, dabei zu sehen, dass es noch Dinge gibt, auf die man selbst noch gar nicht gekommen ist. Das ist interessant, dass man darüber nachdenkt, Sachen für sich zu übernehmen. Da kommt dann die Leidenschaft durch. Das ist dann die Interpretation. Wenn man die reine Technik nimmt, dann könnte man die Noten in einen Midi Sequenzer eingeben und runterspielen lassen. Dann sind alle Töne komplett richtig, aber es lebt nicht. Mit uns Interpreten kommt die Seele in die Musik. Du kannst jeden Ton so spielen und betonen, dass er immer wieder eine andere Bedeutung hat.

Welche Dinge inspirieren dich zu eigenen Werken? Sind es eher Aufträge, die du annimmst, oder ist es eigener Antrieb?

Mit Christian Dellacher im großen Sendesaal des WDR

Es wäre tatsächlich schön, wenn es mehr Aufträge wären. Aber letztendlich ist es viel eigener Antrieb bei der Komposition. Themen, die man liest, die einen in dem Moment begeistern, wo man dann denkt, dass es schön wäre, sie musikalisch umzusetzen, dass es passen würde, wenn die Personen sie singen würden. Auch vielleicht der Antrieb, etwas Neues zu schaffen. Das ist so in mir drin. Ich möchte etwas Neues kreieren, was vorher noch nicht da war.

Es gibt natürlich Tricks, wie man sich in eine Atmosphäre versetzen kann, in der man kreativer ist. Man braucht Muße. Ich kann nicht mal eben nebenbei eine tolle Melodie schreiben. Man muss sich dafür Zeit nehmen und ich muss von der Idee und dem Konzept überzeugt sein. Christian Dellacher und ich, mit dem ich auch den „Holländer“ zusammen geschrieben habe, haben danach mal ein neues Stück angefangen zu einem Thema, was uns ursprünglich total interessiert hat. Aber irgendwann bemerkten wir, dass das Thema nicht passte, dass darum auch der Antrieb fehlte. Irgendwie hat es uns nicht so gepackt, dass wir das unbedingt weiterverfolgen mussten. Mittlerweile haben wir einen neuen Stoff gefunden, da fließen die Melodien aus einem raus, da ist es viel leichter. Wenn die Motivation und das Thema da sind, ist es viel einfacher – dann kommen Texte und Musik wie von selbst. Ich verbinde häufig Texte schon mit Melodien und habe bereits Phrasen im Kopf, die ich dann aufschreibe. Da kommt dann zunächst die Technik wieder, das zu notieren, aber auch die Eingebung und das Talent, daraus Songs zu machen.

Du hast Gesangsunterricht genommen, hattest Phonetik im Studium. Wolltest du je in diese Richtung gehen? Oder auch eigene Songs schreiben?

Phonetik war eher ein Zufall. Als ich in Köln Musikwissenschaft und Theaterwissenschaft studiert habe, brauchte ich ein drittes Fach. Da wurde mir Phonetik vorgeschlagen, was ich sehr gut fand, weil es die Linkstelle zwischen beiden war. Sprache, die man dann technisch abhört, und in Lautschrift aufschreibt… Gesang hat mich immer fasziniert. Ich habe früher auch semiprofessionell Stücke gesungen, eine Produktion „JCS“ mitgespielt. Das hat mir viel Spaß gemacht, aber zu einer reinen Gesangskarriere fehlt mir dann doch das Talent, glaube ich. Ich finde es gut, dass ich den Unterricht genommen habe, denn es hilft mir jetzt als musikalischer Leiter enorm. Ich glaube, ich habe ein Grundverständnis von Stimme, kann Phrasen vorsingen, habe eine Grundidee für die Interpretation und kann Dinge zeigen, die die Darsteller dann mit ihrer Ausbildung und ihrem Talent ausbauen können. Das aktive Singen habe ich drangegeben, als klar wurde, dass ich vordergründig musikalische Leitung machen möchte.

Entwickelt man sich noch weiter?

Ich für meinen Teil merke, dass ich immer noch was lernen kann. Das wird wahrscheinlich auch nie aufhören. Ich möchte auch immer mehr theoretisches Wissen erlangen. Gerade setze ich mich mit Jazz auseinander. Ich habe klassisches Klavier studiert und später dazu Rockmusik gespielt. Die Grundlagen der Musiktheorie hat man irgendwann drin, die muss man nicht permanent wiederholen. Bedingt durch die Leidenschaft ist aber immer der Wille da, sich mehr anzueignen.

Welche Leidenschaften hast du außer deinem Beruf?

Ich muss wirklich sagen, dass Musik meine große Leidenschaft ist. Ich habe das Glück gehabt, mein Hobby, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen und da ich darin auch, glaube ich, sehr vielseitig bin mit der musikalischen Leitung der Komposition und der Tontechnik kann ich das gegenseitig ein bisschen ausgleichen.

Wenn ich frei habe, bin ich auch gern mal in der Natur, einfach wandern, den Kopf frei bekommen. Meine Frau ist halbe Österreicherin, wo wir dann auch viel unterwegs sind, Bergsteigen … Was dann auch wieder den Input für musikalische Sachen gibt. Das bedingt sich gegenseitig.

Ich interessiere mich außerdem für Kunst und Architektur, finde es spannend einfach durch Städte zu gehen und die Architektur der Stadt auf mich wirken zu lassen. Ohne jetzt mit konkretem Ziel oder Zeitdruck loszugehen und einfach die Eindrücke in sich aufzunehmen.

Gibt es etwas, was Wikipedia/ die Webseite über dich verschweigt, was du aber gern noch erzählen möchtest?

Seit zwei Jahren mache ich auch Kindermusicals. Meine Frau ist Lehrerin und da haben wir angefangen, Stücke für die Grundschule zu schreiben. Das macht sehr viel Spaß, ist im Grunde Auftragsarbeit im Kompositionsbereich. Wir machen Stücke, die kindgerecht sind, aber auch Anspruch haben. Das kam daher, dass sie ein neues Stück gesucht hatte, was sie mit den Kindern machen kann. Es gibt viele Sachen, aber auch vieles, was sehr einfach gefasst ist. Nur weil es Kinder singen, muss es nicht ohne Anspruch sein. Da haben wir schon zwei Stücke geschrieben, nächstes Jahr wird ein neues kommen. Wir sind ein Dreierteam, meine Frau, eine Kollegin von ihr und ich. Die beiden schreiben die Theatertexte, das erste war „Aladdin und die Wunderlampe“, basierend auf den Märchen aus 1001 Nacht, und das zweite war ein komplett eigenes, da ging es um Monster – „mucksmonsterstill“. Ich schreibe die Musik dafür, die Stücke gehen jeweils etwa eine Stunde, das ist vom Zeitrahmen des Schreibens her überschaubar, das wird in ein, zwei Monaten überarbeitet. Aufgeführt kann es auch von anderen Schulen werden und wir freuen uns, wenn die Kinder Spaß daran haben.

 

Wir danken Philipp Polzin für seine Zeit und die interessanten Einblicke in seine Arbeits- und Gedankenwelt!

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Weiterführende Informationen:

Webseite Philipp Polzin
Der fliegende Holländer

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