Interview mit Robert Meyer

Robert Meyer Gesang – Schauspiel – Musical
im Operettenhaus an der Reeperbahn Hamburg

Kürzlich wagte Robert Meyer den Schritt von der Musical- auf die Konzertbühne. Bekannt ist Meyer bislang vor allem aus zahlreichen Hauptrollen wie als Phantom in „Liebe stirbt nie“, als unsterblicher Vampirgraf von Krolock aus dem Dauerbrenner „Tanz der Vampire“ oder aber als Jack Favell bei „Rebecca“, bei den Freilichtspielen Tecklenburg.

Theater und Freilichtbühnen hat sich der junge Tenor in den vergangenen Jahren erobert und sich damit einen Namen gemacht. Nun verlässt er das sichere Terrain hinter der Maskerade einer Rolle und steht als „nur Robert“, erstmalig auf der Konzertbühne. Sein Debut gab er am 1. Mai 2019 in einem Hotel in Baiersbronn im Schwarzwald. Bald schon plant er einen ersten öffentlichen Termin.

Wir hatten die Gelegenheit, Robert Meyer einige Fragen zu stellen, die er uns gern und ausführlich beantwortet hat.

 

Du gehst den Schritt von der Musical- auf die Konzertbühne.
Wie lange hat es gedauert, bis du den Schritt zu Solokonzerten gewagt hast und was war der Auslöser dafür, es jetzt zu tun? Gab es einen speziellen Anlass oder Zeitpunkt, an dem du den Entschluss gefasst hast, diese Unternehmung zu wagen?

Ich habe schon lange über ein Solo-Konzert nachgedacht – aber es hat einfach gedauert, bis ich wusste, wie solch ein Solo-Konzert ablaufen soll, wie ich mir das vorstellen kann, wo ich es machen soll. Das waren so viele offene Punkte, dass ich es immer wieder vor mir hergeschoben habe.

Tja, und dann war irgendwann der Moment, an dem ich mal wieder drüber nachgedacht habe und dann beschlossen habe: Ich mache das jetzt einfach. Tja, und jetzt mache ich es eben wirklich einfach – und hoffe, dass es gut läuft (lacht).

Robert Meyer Gesang – Schauspiel – Musical
im Operettenhaus an der Reeperbahn Hamburg

Was unterscheidet die beiden Genres in puncto Vorarbeit/Vorbereitung, Aufregung/Lampenfieber etc.?

Bei einer großen Musical-Produktion lerne ich die Musik und die Texte, probe dann sechs oder acht Wochen intensiv und dann kommen die Previews und schließlich die Premiere.

Bei meinem Solo-Konzert lief das deutlich anders ab. Da habe ich mich nicht sechs oder acht Wochen vorbereitet, sondern ich habe mir soviel Zeit genommen, wie ich gebraucht habe, bis ich mich selber sicher damit gefühlt habe. In dieser Zeit habe ich immer drüber nachgedacht, welche Songs dabei sein werden, was ich machen werde.

Dann habe ich mich für eine finale Song-Liste entschieden, die Texte gelernt, mit meinem Pianisten geprobt. Schließlich habe ich eine Generalprobe vor Familie und Freunden gemacht. Die haben mir gesagt, was funktioniert und wo ich noch etwas verbessern kann – das habe ich gemacht.

Natürlich bin ich nach so einer Vorbereitung, mit so viel Mühe und Einsatz, ziemlich aufgeregt. Und es ist ja auch was komplett Neues für mich, dass ich als ich selber, als Robert Meyer, vor dem Publikum stehe, also keine feste Rolle spiele.

Ansonsten habe ich ja eine Phantom-Maske oder eine lange Vampir-Perücke auf dem Kopf, hinter der ich mich verstecken kann. Da bin ich jemand anders. Jetzt bin ich halt echt einfach nur ich. Und ich hoffe, dass dem Publikum das gefällt (lacht). Wobei ich natürlich bei den einzelnen Songs auch in die Rolle schlüpfe, nur ohne Kostüm. Das macht schon einen Unterschied.

Was darf das Publikum von deinem Konzert erwarten? Gibt es ein spezielles Thema/einen roten Faden? Nach welchen Kriterien hast du deine Songs ausgesucht?

Ganz ehrlich: Es gibt kein Thema und keinen roten Faden (lacht).

Ich habe einfach nur Songs ausgesucht, die ich persönlich gerne mag. Aber abgesehen von meinem „Ich mag den Song“-Kriterium…. Gab es eigentlich nichts. Ich habe vielleicht noch drauf geachtet, dass sich die Songs nicht zu sehr ähneln, damit es nicht 60 Minuten immer wieder dasselbe ist und mir das Publikum irgendwann einschläft … aber das war’s.

Wie ist dein persönlicher Musikgeschmack und was davon wird in nun geplante Konzerte einfließen?

Ich habe wie gesagt wirklich nur die Songs ausgesucht, die ich selber gerne mag. Die kann ich auch am besten singen. Die „Unstillbare Gier“ wird dabei sein, die „Musik der Nacht“, „Crazy Little Thing called Love“ aus WWRY aber auch. Also, ziemlich unterschiedlich, aber ich mag sie alle.

Bestreitest du die Show allein oder lädst du dir Gäste/Mitstreiter ein?

Ich mache die Show allein – mit einem Pianisten.

Wo und wie wirst du mit deiner Show zu sehen sein?

Anfang Mai hat mein erstes Konzert stattgefunden, weitere werden hoffentlich bald folgen. Details dazu gibt es, sobald alles final abgeklärt ist, auf meiner Website und in den sozialen Medien.

Wird man dich trotzdem noch in Musicalproduktionen sehen können oder konzentrierst du dich (erst einmal) auf die konzertante Arbeit?

Ich freue mich tierisch auf meine Konzerte – aber ich werde trotzdem weiterhin auch in Musicalproduktionen auftreten. Und hoffe, dass sich beides vereinbaren lässt.

Macht es für dich einen Unterschied, vor einem großen Theaterpublikum zu spielen, oder schätzt du auch die kleineren / intimen Sachen?

Es ist ein tolles Gefühl, vor einem großen Theaterpublikum zu spielen. Aber so ein kleinerer Auftritt ist genauso schön – auf ganz andere Art: Bei einer kleineren Veranstaltung sehe ich jeden Zuschauer. Das ist toll. Da kriege ich auch direkt Rückmeldung: Wenn ich sehe, oh, die schlafen gleich alle ein, weiß ich, ich sollte was am Programm ändern. (lacht)

Robert Meyer Gesang – Schauspiel – Musical
im Operettenhaus an der Reeperbahn Hamburg

In welcher Art Rollen findest du dich persönlich am ehesten wieder?

Wiederfinden? Hm…ich finde immer einen Weg nachzuvollziehen, wie sich die Rolle fühlt. Wo der Charakter hin will, was seine Beweggründe sind. Inwiefern ich mich selbst mit den Charakteren identifizieren kann, hängt natürlich stark von der Rolle ab. Ich kann verstehen, dass ein Krolock wahnsinnige Sehnsucht hat, aber auch nicht aus seiner Haut kommt und doch immer wieder eine neue Sarah beißen muss. Ich würde aber nicht behaupten, dass ich mich da wiederfinde.

Ich denke, am ehesten finde ich mich in Rollen, die meinem Alter entsprechen und realistischere Probleme haben. Beispielsweise Roger in Rent: Der hat neben dem überwältigenden Problem mit der Krankheit, eben auch seine Sorgen mit Freundin und Freunden. Da kann man schnell Verbindungen ziehen. Oder mit Jack Favell, der mehr Geld will. Das können wohl auch die meisten nachvollziehen.

Gibt es für dich so etwas wie ein zweites Standbein, wohin du dich orientieren könntest oder wolltest?

Nein. Ich stehe sehr, sehr gern auf der Bühne und möchte das unbedingt auch weiterhin machen. Sowohl auf der Konzert- als auch auf der Musical-Bühne. Und hoffe, dass ich noch lange das Glück habe, damit meine Brötchen verdienen zu können.

Wir danken Robert für die Offenheit und freuen uns, auch über seinen weiteren Werdegang auf den verschiedensten Bühnen zu berichten.

 

Fotos (c) Bertold Fabricius

 

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