Pretty Woman – Das Musical in Oberhausen
Hollywood-Flair mitten im Ruhrpott:
„Pretty Woman – Das Musical“
begeistert bei glanzvoller Deutschland-Premiere in Oberhausen

Am Abend des 30. Oktober 2025 verwandelte sich das Metronom Theater in Oberhausen in einen echten Hollywood-Boulevard: Roter Teppich, Limousine und Walk of Fame. Die Tour-Premiere von „Pretty Woman – Das Musical“ war ein Ereignis voller Glamour, Nostalgie und großer Emotionen. Vor ausverkauftem Haus mit etwa 1.700 Zuschauern endete der Abend mit minutenlangem Applaus und stehenden Ovationen. Ein verdientes Lob für die Inszenierung.

Bereits der Auftakt der Show, die Nummer „Welcome to Hollywood“, lässt kaum Zweifel offen. Obwohl es sich hier um eine Tourproduktion handelt, erscheint nichts reduziert, sondern es wurde aufwendig gearbeitet. Carla Janssen Höfelt entwirft ein Bühnenbild, dass für eine Tourproduktion seinesgleichen sucht. Ein mehrstöckiger Gebäudekomplex, der mit nur wenigen Handgriffen an allen möglichen Punkten verschiebbar ist und so verschiedene Schauplätze realisieren kann, wird durch stimmungsvolle, aber nicht überladene Projektionen im Hintergrund und ein dynamisch und schon filmreifes Lichtdesign ergänzt. Die Kostüme von Cocky van Huijkelom passen bestens ins Bühnengeschehen und sind sowohl detailreich als auch glamourös. Die Choreografien von Eline Vroon sind durchdacht, mitreißend und begeisternd. Die Produktion schafft es, nicht nur die ikonischen Momente des Kultfilms von 1990 zu zitieren, sondern kann ihnen eine frische, musikalische Tiefe verleihen. Regie, Choreografie und Musik, insbesondere die Songs von Bryan Adams, verbinden sich zu einem mitreißenden Spektakel, das die nostalgische Atmosphäre der 90er-Jahre mit moderner Energie auflädt.

Was eine Inszenierung besonders macht, ist aber nicht nur das Drumherum, sondern vor allen Dingen der Cast. Hier hat Regisseurin Carline Brouwer voll ins Schwarze getroffen. Die Darstellerinnen und Darsteller sprühen nur so über vor Spielfreude und ihre Chemie ist jederzeit greifbar. Besonders in der Dynamik zwischen Vivian (Shanna Slaap) und Edward (Mathias Edenborn) entsteht echte Magie. Man spürt das Zögern, das Herzklopfen, die wachsende Verbindung, auch wenn im ersten Akt noch ein wenig Premieren-Anspannung zu bemerken war. In den humorvollen Dialogen und herzlichen Momenten zeigen beide nicht nur eine große schauspielerische Tiefe, sondern ihnen gelingt ebenfalls eine glaubwürdige Entwicklung von der „Bordsteinschwalbe“ bzw. vom gefühlskalten, reichen Geschäftsmann bis hin zur eigenständigen, selbstbewussten Dame und einem Herrn, der sich nach und nach dem Leben und den damit verbundenen Emotionen öffnet. Eindrucksvoll wird hier bewiesen, dass die Liebesgeschichte von Vivian und Edward nicht nur amüsant, sondern auch zutiefst berührend sein kann. Auch das Ensemble, allen voran Sophie Reinicke in der Rolle der Kit de Luca und Benedikt Ivo, der sein Talent direkt in drei Figuren (Happy Man / Mr. Thompson und Mr. Hollister) unter Beweis stellt, zeigt sich voller Energie und Harmonie. Besonders zu erwähnen sind ebenfalls Sophie Reinicke, die mit ihrem frischen Spiel und besonderem Charme begeistert, Benjamin Plautz (Philip Stuckey), der seiner Figur eine perfekte Schmierigkeit verleiht, und Paul Fruh in der Rolle des Pagen Giulio. Sowohl allein als auch im Zusammenspiel mit seinen Pagenkollegen aus dem Ensemble sorgt er stets für herzhafte Lacher und ist an komödiantischer Leistung kaum zu überbieten.

Ein Abend voller Kontraste. Natürlich wird viel gelacht. Die charmanten, oft witzigen Dialoge und modernen Choreografien sorgen immer wieder für heitere Momente. Aber „Pretty Woman“ darf man nicht nur auf eine Komödie herunterreduzieren. Wenn die Figuren über ihre Träume sprechen, über Schmerz, Verlust und Sehnsucht, dann versteckt sich da auch eine echte emotionale Tiefe. Der Übergang zwischen Leichtigkeit und Intensität gelingt der Produktion von Limelight Live Entertainment in Zusammenarbeit mit Semmel Concerts Entertainment GmbH meisterhaft. Die Balladen von Bryan Adams bringen die innere Verletzlichkeit zum Vorschein, ohne in Klischees abzudriften. Dafür sorgt nicht zuletzt auch die sechsköpfige Live-Band unter der Leitung von Dan Tomkinson, die die Protagonisten mit großer Energie trägt, ohne sie zu überfordern.

Nach der umjubelten Premiere kündigen die Veranstalter bereits die Rückkehr in das seit einem Jahr nach Übernahme und Renovierung durch die Semmel Concerts Entertainment GmbH wieder bespielte Metronom-Theater in Oberhausen für Februar/März 2026 an. Die Tickets für dieses ca. sechswöchige Gastspiel sowie auch für alle weiteren Spielorte sind bereits im Verkauf und die Nachfrage zeigt eindrucksvoll, welch voller Erfolg dieser Produktion zuzuschreiben ist. Das Musical trifft den Nerv der Zeit.

„Pretty Woman – Das Musical“ in Oberhausen ist weit mehr als eine Adaption eines Kultfilms. Es ist eine liebevoll inszenierte, mitreißende Lovestory, die auf der Bühne mit Glanz, Witz und mitreißender Musik aufblüht und die die Sehnsüchte vieler Menschen in sich vereint. Dieses Musical hat Herz, Esprit und Substanz. Wer den Film kennt, wird sich neu verlieben und wer ihn nicht kennt, wird seinen großen Erfolg verstehen lernen.
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Fotos: (c) Dominik Flohr
Weiterführende Links:
Semmel Concerts GmbH
Limelight Live Entertainment
Mathias Edenborn
Benjamin Plautz
Metronom Theater Oberhausen
